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ChancenREICHtum für ALLE! Armut kennt kein Alter.

Vom 16. bis 26. Oktober 2026 veranstaltet das Heidelberger Bündnis bereits zum 23. Mal die „Heidelberger Aktionstage gegen Armut und Ausgrenzung“

Das Heidelberger Bündnis gegen Armut und Ausgrenzung gestaltet auch in diesem Jahr Aktionswochen gegen Armut und Ausgrenzung in Heidelberg. Am zentralen Wochenende 23.10. – 25.10.2026 finden im Haus der Begegnung (Altstadt) gleich mehrere Veranstaltungen statt. Das Wochenendprogramm, und was wir sonst noch Interessantes während der zwei Aktionswochen zu bieten haben, entnehmen Sie diesem Programmheft.

Großangriff auf den Sozialstaat im Herbst der Reformen?
Wir erleben gerade, wie viele Errungenschaften des Sozialstaats abgebaut werden. Rente, Wohngeld, Bürgergeld, Regelsätze, Arbeitnehmerrechte, Kindersofortzuschlag, Unterhaltsvorschuss – die Liste ließe sich endlos fortsetzen. Auf Bundesebene werden gerade sehr viele Leistungen gekürzt. Aber nicht nur die tatsächlichen Leistungen, auch der Sozialstaat steht ideologisch unter Beschuss. Wir können ihn uns – angeblich – nicht mehr leisten. All dies ist aber angesichts der Milliarden in die Rüstung und der nicht vorhandenen Erbschafts- und Vermögenssteuer oder effektiver Steuern auf Kapitalgewinne reine Propaganda.

Aber wir dürfen unseren Sozialstaat, die wichtigste Errungenschaft der Bundesrepublik, nicht schreddern. Wir brauchen ihn mehr denn je. Und deswegen steht unsere Woche auch unter dem Motto „ChancenREICHTUM für Alle“. Wir wollen uns nicht nur gegen den Trend stellen, sondern wir fordern, dass alle die Chance zur Teilhabe haben, in der Schule und in der Rente. Dazu muss aber nicht nur genug Geld umverteilt werden, sondern es müssen auch Strukturen, Dienste und Unterstützung gestärkt werden.

Als örtliches Bündnis kämpfen wir deswegen auch um die wichtigen kommunalen Sozialleistungen, denn unsere Stadt hat kein Geld mehr. Dabei geht es um die Frage, wo die Prioritäten liegen und ob es nicht auch hausgemachte Fehlentwicklungen insbesondere bei Investitionen gibt. Aber dazu sind alle Kommunen grundsätzlich unterfinanziert und am Limit. Und so sind in Heidelberg die Leistungsverträge gekündigt und es gibt keine Verlässlichkeit mehr beim Partner Stadt. Die kommunalen Leistungen sind aber oft die Wichtigsten, weil eben nur sie Teilhabe und das soziale Miteinander erhalten und stärken. Armut ist vor Ort da und kann nur dort bekämpft werden und ohne Träger und die Zivilgesellschaft geht das nicht.

Auch wenn uns als Bündnis ein starker Wind ins Gesicht bläst, machen wir weiter und es gibt wieder ein randvolles Programm in der Aktionswoche. Lassen Sie sich inspirieren, kommen Sie zu den Veranstaltungen und zeigen Sie sich solidarisch mit unserem Kampf gegen Armut und Ausgrenzung!

AWO und Co. gegen geplante Verschärfungen bei den Kosten der Unterkunft

Die Wohlfahrtsverbände Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland, AWO Bundesverband, Der Paritätische Gesamtverband, Deutscher Mieterbund, Diakonie Deutschland, Sozialverband Deutschland SoVD, Sozialverband VdK Deutschland, Ver.di – Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft und Volkssolidarität wendeten sich Ende Oktober mit einem Offenen Brief an die Mitglieder des Deutschen Bundestages.

Grund sind die Pläne des Koalitionsausschusses zu Verschärfungen bei den Kosten der Unterkunft (KdU), die die Verbände mit großer Sorge beobachten. Unter anderem sollen “alle Leistungen einschließlich Kosten der Unterkunft komplett eingestellt“ werden, was zu einer Zunahme von Wohnungs-und Obdachlosigkeit führen werde. Dies betreffe nicht nur Einzelpersonen, sondern ganze Familien – darunter Kinder, Schwangere, pflegebedürftige Angehörige sowie Menschen mit Behinderungen, die bei ihren Eltern leben. Die Wohlfahrtsverbände kritisieren, dass damit „das Dach über dem Kopf – ein elementares Gut menschlicher Existenz – zum Druckmittel gegenüber einkommensarmen Menschen und ihren Familien“ werde.

Die Bundesregierung hat sich das Ziel gesetzt, Wohnungslosigkeit bis 2030 zu beenden. Die aktuellen Pläne jedoch verstärken diese drastischste Ausprägung von Armut nur noch, zum immer größer werdenden Nachteil der sozialen Organisationen: Jeder Euro, der bei den KdU eingespart wird, verursache ein Vielfaches an Kosten – für Notunterkünfte, Jugendhilfe, Gesundheitsversorgung und soziale Folgeschäden.

Die Wohlfahrtsverbände appellieren

  • Es soll mit allen Mitteln darauf hin gewirkt werden, dass die geplanten Verschärfungen bei den Kosten der Unterkunft nicht Gesetzeskraft erlangen.
  • Es soll gegen jede Gesetzesänderung gestimmt werden, die eine vollständige Einstellung dieser Leistungen ermöglicht und zwangsläufig zu Obdachlosigkeit führt.
  • Es soll ein klares Zeichen gesetzt werden: Wohnungslosigkeit darf kein politisches Druckmittel sein.

Den vollständigen Offenen Brief finden Sie hier.