Rotary spendet an unser Kinderschutz-Zentrum

Der Rotary-Club Heidelberg-Neckar hat sich dieses Jahr etwas Neues überlegt, um mit der Aktion „Glücksei“ Gutes zu tun. Am Samstag, den 22. März, standen die Clubmitglieder mit einem Stand von 10 bis 14 Uhr an der Ecke St. Anna-Gasse und Hauptstraße in Heidelberg, um ihre Eier zu verkaufen. Seither werden die „Glückseier“ bis Ostern in einem Dutzend Geschäfte in Heidelberg verkauft.

Das eingenommene Geld soll ohne Abzüge unserem Kinderschutz-Zentrum zugute kommen. Bisher wurden 900 der insgesamt 2000 Gewinn-Eier bereits verkauft und sogar mehr Spenden eingenommen als angepeilt, nämlich bisher 9000 Euro. Wir danken dem Rotary-Club Heidelberg-Neckar für diese tolle Aktion!

Mehr Infos finden Sie in der RNZ.

Geplante Einsparungen der Stadt Heidelberg für unsere Sozialarbeit

Unsere Sozialberaterin der AWO Heidelberg war gemeinsam mit anderen Wohlfahrtsverbänden zu Gast beim „SPD-Stadt-Talk am Feierabend“. Im „Zimmer Küche Bar“ am Marktplatz sprach die Heidelberger SPD mit Vertretern sozialer Verbände über die Kürzungen im städtischen Haushalt.

Individuell angepasst bietet sie für Kinder und Jugendliche professionelle und miteinander verzahnte Angebote: Die Schulsozialarbeit ist längst ein wichtiger Bestandteil der Schulkultur und fest im Sozialgesetzbuch verankert. Und dennoch sind im Haushaltsplanentwurf der Stadt Heidelberg Einsparungen für den Sozialbereich vorgesehen, bei denen sich SPD und Wohlfahrt einig sind: Diese sind nicht akzeptabel.

Dass man den herannahenden Einschränkungen in den sozialen Dienstleistungen entgegenwirken müsse, hatte die Liga für freie Wohlfahrtspflege kürzlich in Form eines Brandbriefs an Oberbürgermeister Eckart Würzner geschrieben. Besonders ging es um die Steigerungen der Lohnkosten, denn sollte man die Zuwendungen der Stadt nicht an die stetigen Tariferhöhungen anpassen, müssten soziale Angebote eingeschränkt, sogar geschlossen und Mitarbeiter entlassen werden.

Immer wieder im Fokus des Talks lag die dringende Not der Schulsozialarbeit. Würden diese Angebote wegfallen, würden nicht wenige Schulen in sich zusammenbrechen. Sozialpädagogische Begleitung und Förderung im Lebensraum Schule, aber auch Unterstützungen und Synergieeffekte für alle am Schulleben Beteiligten seien unabdingbar. Dasselbe gelte für allgemeine Beratungsstellen und Schutzräume wie das Frauenhaus.

Die SPD-Gemeinderäte konkludierten den Abend damit, dass man schauen wolle, wo Geld im Haushalt für die Soziale Arbeit umzuschichten sei: „Wir werden uns kümmern.“

Hier gehts zum RNZ-Artikel.

Brandbrief der Liga der freien Wohlfahrtspflege Heidelberg

„Wollen wir eine Stadt, in der bei den Schwächsten der Schwachen gekürzt wird?“

Um die Liga-Verbände der freien Wohlfahrtspflege in Heidelberg steht es finanziell nicht gut. In den letzten Jahren führten die steigenden Tarif-Löhne sowie die wachsenden Nebenkosten ohne eine entsprechende Gegenfinanzierung der Stadt zu immer größer werdenden finanziellen Problemen in den gemeinnützigen Einrichtungen.

2025/26 kommen weitere Tariferhöhungen auf die Verbände zu, der Haushaltsplan des Gemeinderats plant jedoch keine steigende Finanzierungshilfe, sodass den Mitgliederorganisationen der Liga Einbußen drohen.

v.l.: Christian Heinze, Moritz Limprecht, Eva Oliveira, Susanna Re, Martin Heß und Ute Hildenbrand. Foto: Philipp Rothe via RNZ

Um den herannahenden Einschränkungen in den sozialen Dienstleistungen von AWO, Caritas, Diakonie, DRK und Parität entgegenzuwirken, wendete sich Liga-Sprecher Martin Heß nun an Oberbürgermeister Eckart Würzner: Wenn die Stadt die Zuwendungen an die Sozialverbände nicht an die Steigerungen der Lohnkosten anpassen sollte, müssten soziale Angebote eingeschränkt oder sogar geschlossen und Mitarbeiter*innen entlassen werden. Dies würde besonders diejenigen betreffen, die auf die Angebote der Verbände dringend angewiesen sind.

Lesen Sie hier den Artikel in der RNZ.

#AWOwähltDemokratie

Stammzellenspender für Ben gefunden

Der dreijährige Ben aus unserer AWO Kita Farbenreich hat die Diagnose Blutkrebs erhalten. Er befindet sich derzeit in Behandlung und durchläuft aktuell die dritte Chemotherapie. Ende letzten Jahres fand ein Spendenaufruf statt: Ben benötigte dringend eine*n Spender*in für Stammzellen, damit er eine Chance hat, sein noch junges Leben fortführen zu können. Auf der Seite der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) konnten sich Unterstützer*innen als Spender*innen registrieren. Dem Registrierungsaufruf folgten viele Menschen – mit Erfolg.

Die gute Nachricht der Ärzte, dass ein passender Stammzellenspender für Ben gefunden wurde, kam kurz vor Weihnachten. Das Schicksal der Familie hat viele Menschen in der Region bewegt, sodass sich bei einer Typisierungsaktion Mitte Dezember 2100 Menschen meldeten – darunter auch der zukünftige Spender für Ben. Die Stammzellentransplantation findet voraussichtlich im Februar statt.

Weitere Infos dazu finden Sie hier.

 

Neue Geschäftsführung bei der AWO Heidelberg

Die Arbeiterwohlfahrt Heidelberg wird künftig von einer Doppelspitze geführt, denn Ute Hildenbrand und Rita Rauh werden von nun an den Wirtschaftsbetrieb des Wohlfahrtsverbandes, die AWO Heidelberg Soziale Dienste gGmbH, als hauptamtliche Geschäftsführerinnen leiten.

Rita Rauh war zuvor unsere Finanzleiterin, Ute Hildenbrand Fachbereichsleiterin für die Kitas sowie unsere Offene Kinder- und Jugendarbeit.

Thomas Krczal, unser Aufsichtsratsvorsitzender und Vorsitzender des AWO-Kreisverbandes, freute sich über die Berufung der neuen Geschäftsführerinnen: „Mit den beiden bündeln wir idealerweise den Sachverstand aus unterschiedlichen Bereichen des Verbands in unserer neuen hauptamtlichen Führung.“

Rita Rauh (links) und Ute Hildenbrand

 

100 Boote – 100 Millionen Menschen

Deutschlandweites sozialkritisches Kunstprojekt in der AWO. Eine Idee des AWO Landesverbandes Sachsen-Anhalt

Im Rahmen der AWO-Kampagne „100 Boote – 100 Millionen Menschen“ werden deutschlandweit fünf Meter lange Origami-Papierboote hergestellt und in der Öffentlichkeit präsentiert. Sie sollen ein Zeichen der Solidarität mit geflüchteten Menschen weltweit und hier vor Ort setzen. Die AWO steht für das individuelle Recht auf Asyl und für eine authentische Willkommenskultur, die das individuelle Recht auf Selbstbestimmung und die Menschenrechte wertschätzt.

Hintergrund

Um ehrenamtlich und hauptamtlich Engagierte bei der Begleitung der Aktion „100 Boote – 100 Millionen Menschen“ argumentativ zu unterstützen, wurde dieses Begleitpapier erstellt. Dabei gilt: Nicht auf jede Diskussion muss eingegangen werden, gerade dann, wenn Pöbeleien und Beschimpfungen im Spiel sind. In solchen Fällen ist das Gegenüber nicht an einer Diskussion interessiert und hört Argumente nicht. Dann ist vielmehr ein Gesprächsabbruch mit dem Hinweis auf eine offene Gesprächskultur angebracht. Hinweise zu guten Gesprächstechniken sind zu finden zum Beispiel bei der Initiative „Kleiner Fünf“ oder mit der App KonterBUNT.

Nicht alle Menschen in Deutschland stehen solidarisch für Geflüchtete und deren Aufnahme in Deutschland ein. Die gesellschaftliche Debatte wird zunehmend von rechtsextremen Akteuren vereinnahmt und auch Akteure außerhalb der extremen Rechten greifen dabei zunehmend deren Argumente auf und stärken Verunsicherungen. Kein Tag vergeht, an dem nicht die Angst vor geflüchteten Menschen geschürt wird. Zunehmend werden Debatten faktenfremd geführt. Lösungen, die die Interessen der Gemeinschaft berücksichtigen, rücken zugunsten populistischer Abschreckungsrhetorik in den Hintergrund des öffentlichen Diskurses.

Mittlerweile bräuchte der Name der Kampagne eine Aktualisierung: Aufgrund weiterer Gewalt und Kriege befinden sich weltweit 110.000.000 Menschen auf der Flucht. Die überwiegende Mehrheit der Schutz-suchend verbleibt in Herkunfts-staaten oder in den unmittelbaren Nachbarstaaten von Kriegs- und Krisengebieten. Nur ein geringer Teil davon sucht Schutz in Europa.

AWO-Positionen in der Flüchtlingspolitik

Aktuelle Herausforderungen bei der Aufnahme geflüchteter Menschen machen jedoch mehr denn je deutlich: Es braucht eine gut funktionierende Asyl-, Aufnahme- und Integrationspolitik, die auf Fakten basiert und die Interessen aller Beteiligten (Betroffene, Bund, Länder, Kommunen und Träger) im Blick behält.

Die Antwort auf die Frage der Bewältigung der Herausforderungen der Integration und Inklusion lautet nicht Ausgrenzung und Marginalisierung. Vielmehr braucht es ein Umdenken, Arbeits-, Schaffenskraft und das Potenzial von zugewanderten Menschen für unsere Gesellschaft müssen endlich Anerkennung finden. Restriktive Abschottungs- und Abschiebepolitik hält Menschen auf der Flucht auch nicht davon ab, ein Leben in Sicherheit zu suchen. Menschen fliehen vor Krisen, Krieg oder Verfolgung, allen voran aus Syrien, Afghanistan oder der Türkei. Wenn in Deutschland Sozialleistungen gekürzt werden, hat das keinerlei Einfluss auf die Fluchtentscheidungen der Menschen.
Derzeit bekommen über 70 Prozent der Menschen, deren Asylgründe vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge geprüft werden, Schutz in Deutschland. Hinzu kommen tausende Menschen, die vom BAMF zunächst abgelehnt wurden und vor Gericht einen Schutzstatus erhielten (Erfolgsquote ca. 21%; Quelle BT-Drs. 20/993, 28.12.2023). Die Quote verdeutlicht, dass der allergrößte Teil der Menschen, die nach Deutschland kommen und Schutz suchen, sehr gute Asylgründe hat. Der Fokus von Politik und Gesellschaft muss dementsprechend auf Aufnahme und Teilhabe und nicht auf Abschiebungen liegen.

Was es braucht, sind lösungsorientierte und pragmatische Ideen für eine gute Aufnahme sowie eine schnelle berufliche, sprachliche und soziale Integration. Als Teil eines breiten zivilgesellschaftlichen Bündnisses hat die AWO hierzu einen Fünf-Punkte-Plan vorgelegt: „Menschen schützen, Kommunen unterstützen, Chancen nutzen“.

Argumente und Fakten

Wo es um Flucht und Asyl geht, fallen schnell Behauptungen, die nicht selten auf Unwissen und oft auf rassistischen Vorurteilen gründen. Aber was kann darauf entgegnet werden? Unsere Empfehlungen:

  • Pro Asyl hat entgegen den aktuell weitverbreitetsten Behauptungen die wichtigsten Gegenargumente zusammengestellt: Argumente für Fairness und Offenheit in der Flüchtlingspolitik.
  • Weitere Informationen zu Flucht und Asyl sowie entgegen gruppen-bezogener Menschenfeindlichkeit finden sich beim Mediendienst Integration.
  • Zu den Weltflüchtlingszahlen sowie den globalen Fluchtbewegungen informiert die UNO-Flüchtlingshilfe.
  • Der AWO Bundesverband äußert sich zudem mit Stellungnahmen, Presseerklärungen und Hintergrundberichten zu aktuellen politischen Vorhaben im Bereich Flucht und Asyl.

AWO Materialien und Kampagnen zu Demokratiestärkung und Rechtsextremismusprävention

Informationen, Handreichungen und Veranstaltungshinweise zu Demokratiestärkung und Antidiskriminierungsarbeit in der AWO werden gebündelt auf der Homepage des Projektes „Zusammenhalt durch Teilhabe in der Sozialen Arbeit“.

Die Jahre 2024 und 2025 stehen in der AWO unter dem Dachkampagnen-Motto „Demokratie.Macht.Zukunft“. Auf der Kampagnen-Website sind hilfreiche Materialien zu finden, die in der Kommunikationsarbeit eingesetzt werden können.

Seit 2012 gibt es die AWO die Kampagne „AWO gegen Rassismus – AWO für Vielfalt“, in der wir uns klar mit allen Betroffenen von Rassismus solidarisieren und für eine offene und vielfältige Gesellschaft werben. Alle Informationen und Materialien zur Kampagne sind auf der Kampagnen-Website zu finden.

Grundlegende Positionen der AWO gegen Rechtsextremismus sind nachzulesen in der Broschüre „AWO Positionen gegen Rechts“.

Informationen und Ansprechpartner*innen beim AWO Bundesverband:

Quellen und Verweise:

Kampagnen:

Flucht, Migration und Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit:

Demokratiestärkung und Antidiskriminierung:

© AWO Bundesverband e. V. | März 2024

Der Frühling wurde eingeläutet im Pfaffengrund

Heidelberg. Der Pfaffengrunder Stadtteilverein hat alles auf eine Karte gesetzt und gewonnen: Beim Frühlingsfest am Samstag schien bei angenehmen Temperaturen die Sonne und von Regen keine Spur.

„Ich bin mir sicher, dass Petrus ein Pfaffengrunder ist“, sagte Vereinsvorsitzender Udo Eisenacher und spielte damit auf den für das Wetter zuständigen Apostel an. Einen „Plan B“, also ein Konzept für den Umzug des Festes vom Platz ins Gesellschaftshaus, gab es nicht, wie Eisenachers Stellvertreter Markus Bischoff zugab.

Trotz des guten Wetters herrschte auf dem Platz um etwa 14.30 Uhr kein Riesentrubel. Besucher konnten den Ständen der lokalen Vereine und Einrichtungen in aller Ruhe und Gemütlichkeit einen Besuch abstatten und schauen, was die Ehrenamtlichen der Freiwilligen Feuerwehr und der Jugendfeuerwehr, der Albert-Schweitzer-Schule, der Pfaffengrunder Karnevalsgesellschaft, des Turn- und Sportvereins, der Arbeiterwohlfahrt, der Zukunftswerkstatt und des SPD-Ortsvereins für Spiel- und Mitmachaktionen anboten.

Beim Torwandschießen, Geschicklichkeitsparcours, Tennis, Malen, Wasserspritzen, Basteln, Turnen und vielen weiteren Angeboten war zu diesem Zeitpunkt aufgrund des Mangels an jungen Festgästen noch wenig los.

Die kleinen Pfaffengrunder kamen mit dem Sommertagszug – angeführt von den Heidelberger Blasmusikanten – erst um 15.30 Uhr mit einem Schneemann als Symbol für den Winter auf den Platz. Gut vier Stunden in zwei Arbeitsschichten hatte die Jugendfeuerwehr in dessen Bau investiert, erklärte Abteilungskommandant Tobias Körber.

In kaum vier Minuten ging der dann in Flammen auf. Anschließend standen bei den Kindern die Spiel- und Mitmachaktionen ganz hoch im Kurs. Da passte es gut, dass das AWO-Kinder- und Jugendhaus „RÖHRE“ seinen 30. Geburtstag auf dem Fest feierte, was sich auch Bürgermeisterin Stefanie Jansen nicht entgehen ließ.

Bei den Erwachsenen spielten das Musikprogramm und das kulinarische Angebot eine größere Rolle. Ab 19 Uhr stand Livemusik von „Jens Huthoff & Band“ auf dem Programm. Wer wollte, konnte sich auch im zur „Cafeteria Frohsinn“ umbenannten Sängerheim des Gesangvereins Frohsinn mit köstlichem Kuchen und leckerem Kaffee verwöhnen. Man konnte aber auch die vom Stadtteilverein offerierten weißen oder roten Bratwürste samt einem kühlen Getränk genießen.

 

Quelle: RNZ

Interview mit der SOS Humanity

Rettungskapazitäten für mehr Menschlichkeit auf See und an Land – AWO International im Gespräch mit SOS Humanity

Till Rummenhohl ist Geschäftsführer und Leiter der operativen Abteilung von SOS Humanity. Sein Engagement begann während seines Studiums in Hamburg, als er sich für die Geflüchtetenhilfe einsetzte. Seine Leidenschaft für humanitäre Arbeit führte ihn zu SOS Humanity. Die zivile Seenotrettungsorganisation zielt darauf ab, Leben zu retten, Geflüchtete zu schützen und Menschenrechtsverletzungen zu bezeugen. AWO International leistet seit 2016 einen Beitrag, um die Rettungskapazitäten von SOS Humanity zu stärken. Dank des Einsatzes konnten seit 2016 über 36.000 Menschen vor dem Ertrinken gerettet werden.

1. Wie trägt die EU zu der Menschenrechtsverletzung an EU-Grenzen bei?
Till Rummenhohl: ,,Aktuell ist nur noch die Zivilgesellschaft im Einsatz. Während wir 2016 und 2017 noch sehr eng koordiniert mit den Rettungsleitstellen in Küstenwachen und den Militärmissionen Einsätze gefahren sind, hat man mittlerweile den Kurs der Abschottung gewählt. Unsere Einsätze werden blockiert und man versucht uns so lange wie möglich aus dem Einsatzgebiet zu halten. (…) Seit 2017 unterstützt die EU die sogenannte libysche Küstenwache finanziell mit Equipment und Booten. Milizen wurden trainiert, um sogenannte Seenotrettung auf dem Mittelmeer für die EU zu machen. Das Ganze hat das Ziel Menschen zurück nach Libyen zu zwingen in die Folterlager, aus denen sie eigentlich fliehen. Diese Völkerrechtsverbrechen werden durch die libysche Küstenwache begangen, aber unter der Europäischen Union koordiniert. ’’

2. Ist die Seenotrettung ziviler Rettungsorganisationen illegal?
Till Rummenhohl: ,,Unsere Arbeit wird kriminalisiert, das Retten von Menschen aus Seenot wird als kriminell dargestellt. Wir fahren klar unter dem internationalen Seerecht (…) denn wir als Europäer*innen halten uns an die Genfer Flüchtlingskonvention. Und das bedeutet, für uns ist der nächste sichere Hafen Italien, denn dort erwartet die Menschen entsprechender Flüchtlingsschutz und Asylverfahren, die weder in Libyen noch in Tunesien in irgendeiner Weise existieren.’’

3. Wie unterstützt die Arbeit von SOS Humanity schutzsuchende Menschen?
Till Rummenhohl: ,,Die Mission: Retten, Schützen, Verändern! Das erste Ziel ist die Rettung von Menschenleben, was durch den dauerhaften Einsatz des Rettungsschiffs, Humanity 1, gewährleistet wird. Das zweite Ziel ist der Schutz und die Begleitung von Geflüchteten an Bord des Schiffes, wobei ein klares Care-Konzept für Frauen und Kinder besonders im Fokus steht. So kann den Menschen nach der Rettung ein Ort der Sicherheit und der Ruhe geboten werden. Das dritte Ziel besteht darin, die Situation auf dem Mittelmeer zu bezeugen. Wir engagieren uns in politischer Lobbyarbeit und mobilisieren die Zivilgesellschaft, um das Bewusstsein für die Flucht über das Mittelmeer zu stärken.’’

Gemeinsam mit AWO International und SOS Humanity Menschenrechte verteidigen – Jeder Beitrag zählt!
Spendenstichwort ,,Seenotrettung Mittelmeer’’ – IBAN: DE87 3702 0500 0003 2211 00 – BIC: BFSWDE33XXX