AWO und Co. gegen geplante Verschärfungen bei den Kosten der Unterkunft

Die Wohlfahrtsverbände Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland, AWO Bundesverband, Der Paritätische Gesamtverband, Deutscher Mieterbund, Diakonie Deutschland, Sozialverband Deutschland SoVD, Sozialverband VdK Deutschland, Ver.di – Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft und Volkssolidarität wendeten sich Ende Oktober mit einem Offenen Brief an die Mitglieder des Deutschen Bundestages.

Grund sind die Pläne des Koalitionsausschusses zu Verschärfungen bei den Kosten der Unterkunft (KdU), die die Verbände mit großer Sorge beobachten. Unter anderem sollen “alle Leistungen einschließlich Kosten der Unterkunft komplett eingestellt“ werden, was zu einer Zunahme von Wohnungs-und Obdachlosigkeit führen werde. Dies betreffe nicht nur Einzelpersonen, sondern ganze Familien – darunter Kinder, Schwangere, pflegebedürftige Angehörige sowie Menschen mit Behinderungen, die bei ihren Eltern leben. Die Wohlfahrtsverbände kritisieren, dass damit „das Dach über dem Kopf – ein elementares Gut menschlicher Existenz – zum Druckmittel gegenüber einkommensarmen Menschen und ihren Familien“ werde.

Die Bundesregierung hat sich das Ziel gesetzt, Wohnungslosigkeit bis 2030 zu beenden. Die aktuellen Pläne jedoch verstärken diese drastischste Ausprägung von Armut nur noch, zum immer größer werdenden Nachteil der sozialen Organisationen: Jeder Euro, der bei den KdU eingespart wird, verursache ein Vielfaches an Kosten – für Notunterkünfte, Jugendhilfe, Gesundheitsversorgung und soziale Folgeschäden.

Die Wohlfahrtsverbände appellieren

  • Es soll mit allen Mitteln darauf hin gewirkt werden, dass die geplanten Verschärfungen bei den Kosten der Unterkunft nicht Gesetzeskraft erlangen.
  • Es soll gegen jede Gesetzesänderung gestimmt werden, die eine vollständige Einstellung dieser Leistungen ermöglicht und zwangsläufig zu Obdachlosigkeit führt.
  • Es soll ein klares Zeichen gesetzt werden: Wohnungslosigkeit darf kein politisches Druckmittel sein.

Den vollständigen Offenen Brief finden Sie hier.

Deutsch-Amerikanischer Frauenclub spendet an unser Kinderschutz-Zentrum

Wir freuen uns sehr über die großzügige Spende in Höhe von 1000 €, die wir vom Deutsch-Amerikanischen Frauenclub erhalten haben.

Die feierliche Übergabe fand im Großen Ratsaal statt, gemeinsam mit allen weiteren Spendenempfänger*innen, die vom Erlös des Pfennigbasars profitieren durften. Die Spende wird direkt in den Regelbetrieb des Kinderschutz-Zentrums fließen.

Wir danken allen Beteiligten von Herzen.

„Brandbrief“ an den Gemeinderat: Bündnis gegen Armut warnt vor Sozialkürzungen

Die letzten zwei Wochen fanden in Heidelberg die „Aktionstage gegen Armut und Ausgrenzung 2025“ statt.

Der Gemeinderat tagte am Mittwoch, den 8. Oktober, um 16:30 Uhr im Großen Rathaussaal, Marktplatz 10 in Heidelberg. Aus diesem Grund wandte sich das Heidelberger Bündnis gegen Armut und Ausgrenzung per „offenem Brandbrief“ an den Gemeinderat und warnt vor geplanten Kürzungen im sozialen Bereich. Die sozialen Träger appellieren eindringlich, die städtischen Förderungen weiter aufrechtzuerhalten.

Nicht nur sollen noch dieses Jahr Einsparungen von mindestens 7,1 Millionen Euro vorgenommen werden, auch das beschlossene Haushaltspaket soziale Infrastruktur (550.000 Euro im Jahr), von dem etwa die Schulsozialarbeit und das Frauenhaus profitieren sollten, steht auf der Kippe. Auch Zuschüsse an freie soziale Träger, darunter die AWO Heidelberg, sollen gekürzt werden.

Sollten die Kürzungen in der geplanten Form wirklich eintreten, wären besonders Gruppen betroffen, die am meisten auf Solidarität angewiesen sind: Kinder und Jugendliche, Menschen mit Behinderungen, Obdachlose, Schutzsuchende, queere Menschen sowie Betroffene von Gewalt und Diskriminierung oder auch Menschen mit Schulden.

Das Bündnis ist auf die vorgesehenen Mittel in voller Höhe angewiesen. Ohne diese Mittel würden die folgenden Einbußen bei den Mitgliederverbänden dazu führen, dass immer mehr bedürftige Menschen durch das Hilfe-Netz fallen, dessen Löcher immer größer werden. Die Folgen wären weniger Chancen und mehr Belastung für die einzelnen Betroffenen und die Stadtgesellschaft.

Mehr dazu finden Sie im RNZ-Artikel.

Hier finden Sie den Brandbrief des Heidelberger Bündnis gegen Armut uns Ausgrenzung.

 

Das Programm der diesjährigen Armuts-Aktionswochen finden Sie hier.

Hier gehts zur Homepage des Bündnisses gegen Armut und Ausgrenzung.

Hier gehts zur Homepage der LIGA Heidelberg.

 

Rotary-Club spendete unserem KSZ 13.000 Euro

Im April haben wir bereits von der diesjährigen Spendenaktion des Rotary-Club Heidelberg-Neckar berichtet. Vor Ostern hatte der Verein mit der Aktion „Glücks-Ei“ 2000 Plastikeier als Lose für den guten Zweck verkauft – fünf Euro das Stück. Nun wurde ausgezählt und es sind insgesamt 13.000 Euro gespendet worden, weil „Kunden“ teilweise großzügig mehr für jedes Ei bezahlt haben.

Das Geld ging an unser Kinderschutz-Zentrum, das sich in Heidelberg und im Rhein-Neckar-Kreis um Kinder und Jugendliche kümmert, die in ihren Familien Gewalt erleben müssen. „13.000 Euro, das ist ein Batzen für unsere Arbeit“, freut sich Leiter des KSZ, Volker Schuld. Die vier Mitarbeiter*innen unseres Kinderschutz-Zentrums leisten im Jahr etwa 180 Hilfen für Kinder oder ganze Familien. Hinzu kommen gezielte Fachberatungen für Erzieher*innen und Lehrer*innen. Mit der Spende soll für die Einrichtung ein kleiner Bus finanziert werden, damit die Mitarbeiter*innen auch außerhalb der Adlerstraße Hilfe leisten können. So können sie als „Mobiler Kinderschutz“ an Schulen oder auch auf Marktplätzen Präsenz zeigen. „Unser Angebot soll möglichst niederschwellig sein“, so Schuld.

Vor einem Jahr kamen er und der Rotary-Club zufällig in Kontakt, als er dort einen Vortrag über seine Arbeit gehalten hatte. „Wir waren schockiert, wie groß das Problem der Gewalt gegen Kinder in Heidelberg ist“, berichtet Club-Präsident Hans-Jürgen Rupertus. Den Club-Mitgliedern sei gleich klar gewesen, dass sie die Arbeit des Zentrums mit ihrer „Glücks-Ei“-Aktion unterstützen wollen.

Wir danken dem Rotary-Club Heidelberg-Neckar für ihre wertvolle Unterstützung unserer Einrichtung.

Zum RNZ-Artikel

Foto (v.l.n.r.): Pater Kattus vom Laden „Heidel-Bike“, Volker Schuld, Hans-Jürgen Rupertus und Alexander Alten vom Rotary-Club

 

100 Jahre AWO Mannheim

Letzte Woche Sonntag, am 6. Juli 2025 hat die Arbeiterwohlfahrt Mannheim in der Alten Feuerwache ihr 100-jähriges Jubiläum gefeiert. Unsere Geschäftsführerin Rita Rauh war vor Ort und konnte das Spektakel hautnah erleben. Schon vor Beginn der Veranstaltung wurde den Besucher*innen ein erhabenes Gefühl vermittelt, indem sie die Alte Feuerwache über einen roten Teppich betraten. Nach dem persönlichen Empfang durch den Vorstand der AWO Mannheim Alexander Manz und nachdem sich alle Anwesenden zu ihren Plätzen begeben hatten, begann das Programm mit der Begrüßung durch Moderation Frauke Kühnl und Markus Sprengler von der AWO Mannheim.

Die darauf folgende Weltpremiere des neuen Imagetrailers der AWO Mannheim versprach ein unterhaltsames Event, woraufhin Alexander Manz einen bewegenden Impuls zum Thema „100 Jahre AWO Mannheim“ gab. Danach folgte ein Grußwort von Dr. Ute Leidig, Staatssekretärin im Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration, Baden-Württemberg. Besonders spannend war der folgende Programmpunkt: Ein Talk mit AWO Bundesvorständin Claudia Mandrysch und Uwe Presler, Vorsitzender des AWO Bezirksverband Baden. Es ging um Politik, Soziales und die Zukunft.

Nach einem Grußwort von Christian Specht, Oberbürgermeister der Stadt Mannheim und einer Festrede von Dr. Katarina Barley, Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, folgte das Highlight der Veranstaltung: Erstmalig wurde dieses Jahr der AWO-Sozialpreis „Mannheimer Herz“ für soziales Engagement durch Stefan Höß, Präsident des AWO Kreisverband Mannheim e.V. vergeben. Dieser ging an den Wünschewagen des ASB Rhein Neckar und bildete damit einen emotionalen Höhepunkt des Events. Begleitet wurde der gesamte Festakt mit Livemusik von AWO & Friends, den Abschluss der Feierlichkeiten läutete das Lied „Die Gedanken sind frei“ ein, bei dem alle Festgäste eingeladen waren, mitzusingen. Schließlich lud die AWO Mannheim alle Anwesenden zu einem GET TOGETHER vor den Toren der Alten Feuerwache mit Essen und Getränken und rundete so die ausgelassene Stimmung ab.

Alle Fotos zum 100 Jahre-Festakt der AWO Mannheim finden Sie auf ihrer Homepage.

Unsere Kita-Leitungen waren auf dem Deutschen Kitaleitungskongress 2025

Am dritten und vierten Juni 2025 nahmen die Kita-Leitungen der AWO Heidelberg am Deutschen Kitaleiterkongress (DKLK), der führenden Plattform für Kita-Leitungen, in Stuttgart teil. In zahlreichen Vorträgen beschäftigten sie sich mit aktuellen Themen wie das Führen einer Kita in dieser herausfordernden Zeit; und dabei stets die Gesundheit und das Wohlergehen der Kinder, Mitarbeiter*innen und sich selbst im Blick zu behalten.

Wie wichtig die Bedeutung gemeinsamer Ziele und Werte für die Führung eines multiprofessionellen Teams ist, wurde unter verschiedenen Aspekten beleuchtet. In unterschiedlichen Workshops haben sich die Teilnehmer*innen über ihre Vorstellungen einer Erfolgs-Kita ausgetauscht und welchen Problemen sich die Kitas in Zeiten des Fachkräftemangels stellen müssen.

Neben dem aktiven Austausch und Networking konnten die Teilnehmer*innen viele neue Ideen und Inspirationen für ihre Teams und ihre Arbeit vor Ort mitnehmen. Und auch die Bestätigung, dass sich die Kitas der AWO Heidelberg auf einem gut fundierten Weg befinden.

Ein ganz besonderes Highlight war die DKLK-Verlosung. Yvonne Meng, stellvertretende Leitung der Kita Bergheim, konnte sich über den ersten Preis, einen Wolkenkletterer der Firma Kompan, freuen.

Kinderschutz-Zentrum: Unterstützung für Familien in Krisensituationen

Das Kinderschutz-Zentrum der AWO Heidelberg ist eine Beratungsstelle für alle, die mit dem Thema Gewalt gegen Kinder und Jugendliche konfrontiert sind. Der Begriff Gewalt bezieht sich auf körperliche und seelische Misshandlung, sexualisierte Gewaltanwendung und Vernachlässigung, sowie häusliche Gewalt. Kostenlos, vertraulich und auf Wunsch anonym können sich Kinder, Jugendliche, Eltern und sonstige Bezugspersonen an unsere Einrichtung wenden.

Auch wenn Eltern mit der Erziehung überfordert sind, ist das Kinderschutz-Zentrum Heidelberg und Rhein-Neckar-Kreis eine Anlaufstelle. Volker Schuld (53) ist Leiter der Institution, Karin Werner-Jensen (75) hat schon vor Jahren einen Förderverein gegründet, der das Zentrum unterstützt. Auch dieses ist aktuell von den Haushaltseinsparungen bedroht.

Wie wichtig die Arbeit des Kinderschutz-Zentrums ist und wie sie besonders in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung und Notwendigkeit gewonnen hat, zeigt ein Interview der RNZ mit Herr Schuld und Frau Werner-Jensen: Zum Interview.

 

Bezirkskonferenz der AWO Baden e.V. in Singen

Singen (Hohentwiel), Führungswechsel bei der AWO Baden:

Bezirksvorsitzender Wilfried Pfeiffer wurde am 17.05.2025 bei der 16. AWO-Bezirkskonferenz in Singen offiziell verabschiedet. Nach elf Jahren im Amt hatte Wilfried Pfeiffer, der auch fast 30 Jahre stellvertretender Vorsitzender des AWO-Kreisverbandes Konstanz war, aus Altersgründen nicht mehr für den Vorsitz kandidiert. Zum neuen AWO-Bezirksvorsitzenden gewählt wurde Uwe Presler, Vorsitzender des AWO-Kreisverbandes Karlsruhe-Land.

Die Bezirkskonferenz ist das wichtigste innerverbandliche Gremium der AWO Baden und findet alle vier Jahre statt. Zu den Aufgaben der Bezirkskonferenz zählen unter anderem die Wahl des Bezirksvorstandes, Wahl der Delegierten zur Bundeskonferenz, Beschlussfassungen über die Satzung und Anträge über die Geschäfts- und Wahlordnung. Auch vom AWO Kreisverband Heidelberg e.V. konnten die Delegierten Frau Gitta Blum, Herr Uwe Pogadl und Herr Wolfgang Beckenbach, sowie der langjährige Vorsitzende des Kreisverbandes, Herr Thomas Krczal, der in seinem Amt als stellvertretender Vorsitzender der AWO Bezirksverband Baden e.V. bestätigt wurde, teilnehmen. Als Gast aus der Geschäftsleitung der AWO Heidelberg war Frau Ute Hildenbrand anwesend.

v.l.n.r.: Gitta Blum, Uwe Pogadl, Thomas Krczal, Ute Hildenbrand, Wolfgang Beckenbach

Insgesamt kamen rund 100 Delegierte und Gäste aus 16 AWO-Kreisverbänden im Bezirk Baden, um unter anderem über die weitere Ausrichtung des Verbandes zu beraten und den Dialog innerhalb der AWO, sowie das Verständnis und die Solidarität im regionalen Wirkungsgebiet zu stärken.

Elternabend zum Thema „Gewaltschutz in Kitas“

Die AWO Heidelberg Soziale Dienste gGmbH lud kürzlich alle Eltern unserer AWO-Kitas zu einem gemeinsamen Elternabend ein. Das zentrale Thema des Abends war das Schutzkonzept der Kita-Einrichtungen.

Die AWO Heidelberg hat frühzeitig erkannt, wie wichtig Schutzkonzepte für unsere Einrichtungen sind, noch bevor sie gesetzlich vorgegeben wurden. Björn Könnecke, stellvertretender Leiter des Kinderschutz-Zentrums, hatte bereits 2016 die erste Sensibilisierung zu diesem Thema in unseren Abteilungen umgesetzt und ab 2018 die „Steuerungsgruppe Schutzkonzept“ initiiert, deren Leitung er bis heute innehat. Er erläuterte den anwesenden Eltern in einem Impulsvortrag die Hintergründe und Ziele der Entwicklung von Gewalt-Schutzkonzepten.

Dabei bezog er sich unter anderem auf die von Deutschland 1992 ratifizierte UN-Kinderrechtskonvention und erläuterte den aktuellen Stand der Schutzkonzepte. Die Kita-Leitungen berichteten im Anschluss darüber, wie das Schutzkonzept im Alltag greifbar gemacht und implementiert wird. Besonders die pädagogischen Fachkräfte spielen hier eine wichtige Rolle: Die Prozesse, um präventiv Gewalt zu verhindern, sind entscheidend. Sie sind jedoch nie abgeschlossen und bedürfen einer kontinuierlichen Überprüfung. In einer anschließenden Diskussion brachten auch die Eltern ihre Fragen und Anliegen ein.