Arbeiterwohlfahrt
Heidelberg Soziale Dienste gGmbH
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Am vergangenen Freitag besuchten uns Marvin Frank und Sören Michelsburg, Vertreter der SPD Fraktion Heidelberg, in der AWO-Geschäftsstelle in Heidelberg Wieblingen. Im Fokus des Austauschs standen die wertvolle Arbeit für die Heidelberger Familien, sowie die aktuell angespannten finanziellen Rahmenbedingungen für freie Träger.
Der Besuch begann mit einer Hausführung durch die Räumlichkeiten. Die Geschäftsführung Ute Hildenbrand gab tiefe Einblicke in das Heilpädagogische Zentrum und das Kinderschutz-Zentrum. Es wurde deutlich, wie unverzichtbar diese Angebote für den sozialen Zusammenhalt in Heidelberg sind.
Im Psychologischen Zentrum für Schulleistungen (PZS) führte die Abteilungsleitung Heike Rolli durch die Räumlichkeiten und blickte auf eine beeindruckende Geschichte zurück: Seit 50 Jahren leistet das Zentrum wichtige Arbeit für Kinder und deren Familien. Das PZS berät und betreut jährlich hunderte von Heidelberger Familien, auch mit Migrationshintergrund oder Flüchtlingsstatus. Die Arbeit, die das Team täglich leistet, hat auch einen präventiven Charakter, wie eine Mannheimer Studie belegt. Solche Angebote schützen später vor Kriminalität, Arbeitslosigkeit und psychischen Erkrankungen. „Oft kommen Kinder mit einem hohen Leidensdruck zu uns. Sie haben die Freude an der Schule verloren,“ erklärt Rolli. In der ersten Phase der Betreuung gehe es daher vor allem darum, den Kindern zu zeigen, dass sie etwas bewirken können – ein wichtiger Schritt hin zur Selbstwirksamkeit. Dank eines engmaschigen Netzwerks in Heidelberg, etwa mit Schulpsychologen, gelingt es dem PZS, Kindern niederschwellig und direkt zu helfen.

Im anschließenden intensiven Austausch mit der SPD wurde die Kehrseite der Medaille thematisiert: die schwierige finanzielle Lage. Die SPD-Vertreter Marvin Frank und Sören Michelsburg betonten, wie wichtig ihnen die soziale Infrastruktur in Heidelberg sei. Sie zeigten sich besorgt über die sogenannte „Seitwärtsbewegung“ – die Tatsache, dass die Stadt die tatsächlichen Tarifsteigerungen bei den Trägern nicht vollständig abbildet. Die SPD formulierte unterschiedliche Ansätze, um eine Gleichbehandlung freier Träger mit städtischen Einrichtungen, insbesondere bei den Kitas, zu erreichen. Ziel müsse es sein, dass Träger, die sich am städtischen Entgeltsystem orientieren, nicht benachteiligt werden.
AWO-Geschäftsführerin Ute Hildenbrand brachte auch einen schmerzlichen Punkt zur Sprache. Durch die anhaltenden finanziellen Unsicherheiten und die Verhandlungen um Budgets habe das Vertrauen in die Partnerschaft mit der Stadtverwaltung nachhaltig gelitten. Man warte nach wie vor auf verlässliche Verträge und müsse heute weit genauer prüfen als früher, ob Angebote noch tragfähig sind.
Trotz der Herausforderungen in den Kitas und sozialen Zentren, war man sich einig: Frühzeitige Investitionen sind der Schlüssel, um spätere Probleme abzufangen. Die AWO betonte, dass sich ihre Angebote über Jahre hinweg an den realen Bedürfnissen der Menschen entwickelt haben. Jedes Profil der Angebote sei geschärft, Überschneidungen zwischen den freien Trägern reduziert worden.
Zum Abschluss richtete Frau Hildenbrand einen dringenden Appell an die Politik: „Wir dürfen das große Ganze aufgrund der finanziellen Lage nicht aus dem Blick verlieren. Heidelberg braucht weiterhin den Mut, eine Vision zu leben.“ Auch wenn in den nächsten Jahren aufgrund der Haushaltslage vielleicht nur kleine Schritte möglich sind, dürfe das wertvolle soziale Netzwerk in Heidelberg nicht dem Rotstift zum Opfer fallen.
Der Austausch endete mit dem gegenseitigen Versprechen, im Dialog zu bleiben, um die soziale Landschaft Heidelberg als Ganzes zu erhalten und mutig weiterzuentwickeln.
Heidelberg. Am 27. März fand im Seniorenzentrum Wieblingen der AWO Heidelberg Soziale Dienste gGmbH ein Vortrag statt: „Corona-Pandemie – Was können wir daraus lernen?“
Prof. Dr. med. Wolfgang Huber und Peter Maurus von der AWO Heidelberg klärten retrospektiv über die Covid 19-Pandemie auf und ordneten das damalige und heutige Management auf der umwelt- und sozialmedizinischen Dimension kritisch ein. Fast zwei Dutzend Interessent*innen hörten gespannt den Ausführungen der Vortragenden zu, während sie die Präsentation mit dem Thema „Betroffenheit“ eröffneten und über die Schließungen vieler wichtiger Institutionen wie Schulen, Kindergärten und Altenheimen berichteten. Versammlungsverbot, Impfpflicht und Lockdown: Auswirkungen, die für alle weltweit spürbar waren. Nach der wissenschaftlichen Einordnung der Erkrankung, und der Darlegung ihrer Symptome, beeinflussender Umweltfaktoren und den gesundheitlichen Spätfolgen (z.B. Long Covid), sprachen die Referenten auch über die wirtschaftlichen Folgen wie eine hohe Arbeitslosenrate, die sich zu der Zeit unmittelbar abzeichnete.

Besonders interessant waren die heutigen Corona-Zahlen in Heidelberg, die Stand Dezember 2025 bei einer 7-Tage-Inzidenz von 6,2 (Anzahl der binnen der letzten Woche gemeldeten Neuinfektionen je 100.000 Einwohner) lagen. Außerdem wurden 66 neue Todesfälle in Deutschland verzeichnet, wobei der gesamte Anteil Verstorbener seit Beginn des Virenausbruchs gerade einmal bei 0,48% liegt. Bedenkt man die gesamte Menge aller nationalen Coronafälle, sind das jedoch immer noch fast 190.000 Menschen, allein in Deutschland. 2024 bezeichnete die Frankfurter Allgemeine Zeitung Covid 19 als die zweithäufigste Todesursache im Jahr 2021.

Heute, einige Jahre später, üben Herr Huber und Herr Maurus Kritik. Ihrer Meinung nach seien die Maßnahmen des Lockdowns unverhältnismäßig gewesen. Besonders das Versammlungsverbot im Freien, obwohl die Ansteckungsgefahr in Außenräumen deutlich geringer sei als in Innenräumen, hätte man anders regeln können. Die Schließung von Schulen, Kindergärten, Sportplätzen und Spielplätzen hätte nur als letzte Stufe der Maßnahmen zulässig sein dürfen, denn von den Auswirkungen waren vorrangig Personen mit engen Wohnverhältnissen und Umweltbelastungen betroffen. Auch die Verzögerung der Kompensationen von Coronageschädigten wie die Anerkennung von Covid 19 als Berufskrankheit in bestimmten Berufen, oder die Anerkennung als Schwerbehinderung, seien nicht zu akzeptieren, da dies zu schweren wirtschaftlichen und psychischen Belastungen führe. Relevante Berufsgruppen wie Personen der Verkehrsbetriebe oder vom Verkaufspersonal würden gar nicht berücksichtigt.
In Bezug auf die Impfpflicht sind Huber und Maurus der Auffassung, dass die Dunkelziffer von Impfschäden deutlich höher sei als die bekannten Zahlen und dass diese nicht ausreichend geprüft wurden. Vom Paul-Ehrlich Institut (PEI) wurden bis Ende März 2025 insgesamt 63.909 Verdachtsmeldungen von schweren gesundheitlichen Folgen aufgrund von Coronaimpfungen gemeldet. Für Huber und Maurus wurden Residualzustände nach der Impfung nicht ausreichend dokumentiert und medizinisch ungenügend weiter betreut, sowie bei Todesfällen nach Impfungen keine Autopsien durchgeführt, um realere Zahlen zu ermitteln. Da die Impfung zwar den Verlauf abschwäche, eine Ausbreitung aber nicht verhindern könne, sehen die Referenten auch die einrichtungsbezogene Impfpflicht nicht mehr als sinnvoll.

Besonders kritisieren Prof. Dr. med. Wolfgang Huber und Peter Maurus die psychologischen und psychosozialen Folgen „im toten Winkel der Pandemie“. Symptome von posttraumatischen Belastungsstörungen wie postinfektiöse reaktive Depression oder Angstreaktionen würden nicht ausreichend berücksichtigt und therapiert. Behandlungen wie antientzündliche Therapien müssten von den Patienten selbst getragen werden. Auswirkungen auf die fetalen und postpartalen Entwicklungen seien gar nicht bekannt, obwohl bei anderen Virusinfektionen wie z.B. Röteln, Masern oder Hepatitis schwerwiegende Folgen nachgewiesen wurden.
Das Fazit der Vortragenden war, dass eine praxisbezogene Forschung und Grundlagenforschung zur Entwicklung spezifischer Behandlungsmöglichkeiten bei chronischen Entzündungen (viral und umwelttoxisch) für künftige Pandemien erforderlich seien. Auch die schädlichen umwelt- und strukturellen sozialmedizinischen Aspekte der Lebenswelt, insbesondere der Wohnbedingungen, bräuchten dringend die Aufmerksamkeit der Sozial- und Umweltpolitik, so Huber und Maurus.
Abschließend gingen Huber und Maurus mit allen Anwesenden in Diskussion.
Berlin, 05.03.2026. Anlässlich der für heute geplanten Verabschiedung des Gesetzes zur Neuen Grundsicherung erklärt AWO-Präsident Michael Groß:
“Die sogenannte ‘Neue Grundsicherung’ ist erneut eine Zäsur für die soziale Sicherheit. Die Bundesregierung ist mit dem Versprechen gestartet, den Sozialstaat zu reformieren und das soziale Sicherungsniveau dabei zu bewahren. Doch bevor die Empfehlungen ihrer Sozialstaatsreform-Kommission umgesetzt werden, legt die Regierung noch schnell die Axt an den Sozialstaat an. Im Fokus der Politik sollte stehen, die Rahmenbedingungen für sozialen Aufstieg zu schaffen und Ungleichheit zu bekämpfen.

Dass im Bundestag noch leichte Verbesserungen für Familien mit Kindern sowie im Bereich der individuellen Förderung erzielt wurden, begrüßen wir. Andererseits unterstreichen die Änderungen des Parlaments an anderer Stelle nochmals das gewachsene Misstrauen und den erhöhten Druck auf die Leistungsberechtigten.
Als AWO fordern wir die Bundesregierung deshalb auf, sich endlich den wirklichen Problemen hierzulande zu widmen: Kinderarmut, fehlende Unterstützung für arbeitssuchende Menschen, überhöhte Mieten, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Statt diejenigen mit härteren Sanktionen zu gängeln, die ohnehin in Not sind, sollte die Bundesregierung für ein bezahlbares Leben und soziale Sicherheit sorgen.”
Einer aktuellen Forsa-Umfrage zufolge halten zwei Drittel der Befragten den Sozialstaat für „nicht mehr zu finanzieren“. Dazu erklärt Michael Groß, Präsident der Arbeiterwohlfahrt:
„Der Sozialstaat ist nicht zu teuer, er ist unterfinanziert, weil wir die Vermögenden seit Jahrzehnten aus der Verantwortung für unser Gemeinwesen entlassen haben. Statt über immer noch mehr Sozialkürzungen zu debattieren, sollten wir endlich über Steuergerechtigkeit sprechen.
Die Mythen der Union verfangen – Menschen haben das Gefühl, dass der Sozialstaat zu teuer sei. Die Realität ist schlicht eine andere: Der Anteil der Bundesausgaben für Soziale Sicherung, Familie und Jugend sowie Arbeitsmarktpolitik an den Gesamtausgaben des Bundes stagniert. Der Anteil der Bundeszuschüsse für die Rente am BIP war in den letzten zwei Jahrzehnten sogar rückläufig. Die großen Ausgaben in anderen Feldern zeigen: Das Geld ist da. Aber ob es ausgegeben wird, ist eine Frage des politischen Willens.
Es ist beschämend, dass die Politik Menschen glauben macht, der Sozialstaat sei das Problem – und stattdessen die politische Entscheidung trifft, große Vermögen zu schonen.
Während Millionen Menschen in Deutschland auf Grundsicherung angewiesen sind, während Pflegekräfte ausbrennen und Alleinerziehende in Altersarmut rutschen, werden diejenigen, die am meisten haben, am wenigsten zur Kasse gebeten. Seit die Vermögenssteuer 1997 ausgesetzt wurde, verzichtet der Staat Jahr für Jahr auf Milliarden.
Der Sozialstaat ist nicht das Problem unserer Zeit, sondern die Lösung für viele Herausforderungen. Aber nur, wenn wir ihn endlich gerecht finanzieren.“
Die MACH DICH STARK-Tage 2025 liegen hinter uns – und was für eine Woche das war!
Rund 300 Partner*innen aus ganz Baden-Württemberg haben mitgemacht und gezeigt: Gemeinsam können wir Sichtbarkeit schaffen für faire Chancen aller Kinder und Jugendliche in unserem „Ländle“.
Ein paar Beispiele aus dem vielfältigen Aktionsspektrum:
Hier finden Sie den Abschlussclip der MACH DICH STARK-Tage sowie weitere Impressionen und Eindrücke hier!
Egal, ob Sie selbst aktiv mitgewirkt haben oder die Starkmacher-Aktionen aus der Distanz verfolgt haben: Danke. Jede Form von Unterstützung – laut, leise, sichtbar oder hinter den Kulissen – stärkt das Recht aller Kinder und Jugendlichen, dazuzugehören.
Danke, dass Sie mit uns LAUT und sichtbar gegen Kinderarmut geworden sind.
Am Donnerstag, den 13. November 2025 kam es zu einer Kundgebung vor dem Rathaus. Hintergrund war die Haushaltskrise, die jetzt schon spürbare Auswirkungen auf die Schulsozialarbeit in Heidelberg hat. An der Eichendorffschule in Rohrbach gibt es beispielsweise bereits seit Anfang des Schuljahres niemanden mehr, der sich hauptamtlich um die Schüler*innen in Krisensituationen, um Konflikte in den Klassen oder um Präventionsarbeit kümmert. Der Einladung des Elternbeirats dieser Schule gefolgt, fanden sich am Donnerstag Dutzende Eltern, Lehrer*innen und Schüler*innen – auch aus anderen Schulen – ein, um an der Demo teilzunehmen und mit den Stadträt*innen zu sprechen, die zur Gemeinderatssitzung vor Ort waren.
Nicht nur die Schulsozialarbeit, auch viele andere soziale Träger, darunter die AWO Heidelberg, leiden am Haushaltsbeschluss vom Juni, der die Zuschüsse auf dem Niveau von 2024 eingefroren hat. Damit können die tariflichen Lohnsteigerungen nicht mehr ausgeglichen werden, Stellen müssen abgebaut, Angebote geschlossen werden. Mit der Demo wolle man die Mitglieder des Gemeinderates auf das Problem aufmerksam machen, auch wenn es noch gar nicht auf der Tagesordnung stand.
Auch die Gregor-Mendel-Realschule, die früher anderthalb Stellen hatte, stehe ab Dezember auf einmal ganz ohne da. Es müsse dringend nachgebessert und die Ressourcen gerechter verteilt werden. In der Schlierbach-Grundschule werde befürchtet, dass auch ihr Schulsozialarbeiter zur Kündigung getrieben wird, wenn er weiter unter Tarif bezahlt werde.
Oberbürgermeister Eckart Würzner sagte aus, dass die Schulsozialarbeit an allen Schulen fortgesetzt werden müsse. Sozialbürgermeisterin Stefanie Jansen präzisierte, dass es künftig weniger Stellen in der Schulsozialarbeit geben werde, die Personen aber gerecht auf die Schulen verteilt werden sollen. Momentan würden die Bedarfe an den einzelnen Schulen ermittelt.
Mehr dazu können Sie im RNZ-Artikel lesen.
Unsere Offenen Kinder- und Jugendhäuser RÖHRE und TREFF sowie unsere Kindertagesstätten beteiligen sich dieses Jahr an den landesweiten Aktionstagen, die auf ungleiche Chancen aufmerksam machen.
Kinderarmut prägt in vielen Familien den Alltag: Kinder gehen ohne Frühstück oder Mittagessen zur Schule. Sie können keine Freunde zum Geburtstag einladen und leben mit ihren Familien oft in viel zu kleinen Wohnungen. Vor allem die Erkenntnis, selbst kaum Chancen auf ein gutes Leben zu haben, belastet die Kinder und Jugendlichen. In Baden-Württemberg ist jedes 5. Kind von Armut bedroht oder betroffen.
Diesen Missstand möchte die Arbeiterwohlfahrt Heidelberg Soziale Dienste gGmbH nicht hinnehmen und beteiligt sich daher rund um den Tag der Kinderrechte am 20. November an den landesweiten MACH DICH STARK-Tagen. Vom 17. bis 23. November machen diese auf die gravierenden negativen Folgen von Kinderarmut aufmerksam. An den Aktionstagen beteiligen sich über 300 Organisationen, Unternehmen, Stiftungen und Vereine. Das gemeinsame Ziel: Kinderarmut auf die politische und gesellschaftliche Agenda setzen.
„Wir wollen es nicht hinnehmen, dass die Biografien dieser Kinder von vorneherein so aussichtslos scheinen“, protestieren unsere Kinder- und Jugendhäuser RÖHRE und TREFF. „Alle Kinder verdienen eine Perspektive und ein sorgloses Aufwachsen, so wie Kinder aus anderen Familien es auch erleben. In jedem Kind stecken wertvolle Potenziale. Wir müssen den Rahmen schaffen, damit sie ihr Leben selbstbestimmt gestalten können. Denn Kinderarmut ist kein individuelles Versagen.“
An zahlreichen Orten im Land finden Aktionen statt, so die Plakat-Aktion „Du auch? Mit Kinderrechten Zukunft gestalten!“. Sie lädt ein, sich kreativ mit Kinderrechten auseinanderzusetzen und gute Gründe zu finden, warum alle Kinder die gleichen Chancen verdienen.
Darüber hinaus beteiligen sich unsere TREFF und RÖHRE mit einer besonderen Aktion: Sie haben verschiedene Dinge zu den Themen: Spiel, Spaß, Lernen, Basteln und Verpflegung in eine „Starkmacher-Tüte“, bedruckt mit dem Aufruf „Mehr ist nicht drin? Gemeinsam gegen Kinderarmut“ gefüllt, und informieren Besucher*innen über die Hintergründe von Kinderarmut.
Unsere Kindertagesstätten beteiligen sich an den Kinderarmutswochen mit gesunden Frühstücken.
Eine Übersicht über die Kooperationspartner*innen und deren Aktivitäten in den einzelnen Landkreisen finden Sie hier.
Die AWO Heidelberg Soziale Dienste gGmbH ist Teil des landesweiten Netzwerkes „MACH DICH STARK gegen Kinderarmut im Südwesten“. Die Initiative verfolgt das Ziel, Menschen, Organisationen und Institutionen im Kampf gegen Kinderarmut zu vereinen und dafür zu sorgen, dass allen Kindern Entwicklung und Teilhabe ermöglicht wird. Derzeit unterstützen über 300 Partner*innen (Unternehmen, Stiftungen, Bildungsträger sowie Verbände) aus Baden-Württemberg das Anliegen von MACH DICH STARK. Die Plakat-Aktion und die Starkmacher-Tüte sind Teil von vielen Aktionen, mit denen das Bündnis in der Woche vom 17. bis 23. November mit den MACH SICH STARK-Tagen auf das Thema Kinderarmut hinweist. Ziel ist es ins Gespräch zu kommen und ein Bewusstsein zu schaffen.
Am Mittwochabend nahm der Leiter unseres Kinderschutz-Zentrums Volker Schuld im Hilde-Domin-Saal der Stadtbücherei an der Podiumsdiskussion „Wer schützt eigentlich unsere Kinder?“ teil. Diese war eine Kooperationsveranstaltung von den Vereinen Sicheres Heidelberg, Kommunale Kriminalprävention Rhein-Neckar, Sicheres Mannheim, Mosaik Deutschland und dem Polizeipräsidium Mannheim. Inhaltlich rangierten die Themen von Gewalt an Kindern und Jugendlichen über soziale Ungleichheit und Gefahren im Netz. Die Zuhörerinnen und Zuhörer waren häufig aus dem pädagogischen Bereich.
Zum Thema „Gefahren im Netz“ äußerte sich Yannic Frey von der Landesanstalt für Kommunikation insofern, dass die Medienkompetenz von Eltern, Lehrkräften und Jugendlichen gestärkt werden müsse. Dies bedeute vor allem, dass die heranwachsende Generation lernen müsse, verantwortungsvoll und sensibel mit den Medienmöglichkeiten umzugehen, aber auch, dass Eltern lernen müssen, wie sie selbst aktiv werden können, um ihre Kinder zu schützen.
Auch das Thema „Gewalt in und außerhalb von Familien“ war ein wichtiger Punkt der Podiumsdiskussion. Volker Schuld, seit 18 Jahren Leiter unseres für Heidelberg und den Rhein-Neckar-Kreis zuständigen Kinderschutz-Zentrums in Wieblingen, berichtete von der Arbeit unseres vierköpfigen Teams. Unser Kinderschutz-Zentrum ist eine Beratungsstelle für alle, die mit dem Thema Gewalt gegen Kinder und Jugendliche konfrontiert sind. Dabei bieten wir eine telefonische und eine ambulante Beratung. Schuld erklärte, dass es Gewalt in allen Formen und Schweregraden gebe. Und das in allen Stadtteilen und allen sozialen Milieus. Renato Gigliotti, Vizepräsident des Polizeipräsidiums Mannheim war ebenfalls vor Ort und bestärkte die Wichtigkeit der Arbeit unseres KSZ mit erschreckenden Zahlen: Pro Woche wird in Deutschland ein Kind im häuslichen Umfeld getötet, 65 werden Opfer sexueller Gewalt.
Mehr dazu erfahren Sie im RNZ-Artikel.
Die Wohlfahrtsverbände Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland, AWO Bundesverband, Der Paritätische Gesamtverband, Deutscher Mieterbund, Diakonie Deutschland, Sozialverband Deutschland SoVD, Sozialverband VdK Deutschland, Ver.di – Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft und Volkssolidarität wendeten sich Ende Oktober mit einem Offenen Brief an die Mitglieder des Deutschen Bundestages.
Grund sind die Pläne des Koalitionsausschusses zu Verschärfungen bei den Kosten der Unterkunft (KdU), die die Verbände mit großer Sorge beobachten. Unter anderem sollen “alle Leistungen einschließlich Kosten der Unterkunft komplett eingestellt“ werden, was zu einer Zunahme von Wohnungs-und Obdachlosigkeit führen werde. Dies betreffe nicht nur Einzelpersonen, sondern ganze Familien – darunter Kinder, Schwangere, pflegebedürftige Angehörige sowie Menschen mit Behinderungen, die bei ihren Eltern leben. Die Wohlfahrtsverbände kritisieren, dass damit „das Dach über dem Kopf – ein elementares Gut menschlicher Existenz – zum Druckmittel gegenüber einkommensarmen Menschen und ihren Familien“ werde.
Die Bundesregierung hat sich das Ziel gesetzt, Wohnungslosigkeit bis 2030 zu beenden. Die aktuellen Pläne jedoch verstärken diese drastischste Ausprägung von Armut nur noch, zum immer größer werdenden Nachteil der sozialen Organisationen: Jeder Euro, der bei den KdU eingespart wird, verursache ein Vielfaches an Kosten – für Notunterkünfte, Jugendhilfe, Gesundheitsversorgung und soziale Folgeschäden.
Die Wohlfahrtsverbände appellieren
Den vollständigen Offenen Brief finden Sie hier.